DIE GEHEIMNISSE VON POSEIDIPPOS' PAPYRUS  

Der altgriechische Dichter, Philosophen und Dramatiker Poseidippos war in Athen insbesondere für seine Komödien bekannt, in denen er das Verwechselungsprinzip bis zum Ekzess trieb; und zwar so sehr, dass er diesbezüglich sowohl auf Plautus als auch auf Shakespeare nachwirkte. Darüber hinaus gibt es nur wenige Angaben über den Autor.  Einen Namen hatte sich Poseidippos auch als Verfasser von Epigrammen gemacht.  Nur 20 wurden allerdings der Nachwelt erhalten.  Jetzt haben Wissenschaftler der Università Statale von Mailand einen sensationellen Fund gemacht. In   einem antiken Papyrus, das im Besitz der Universität ist, entdeckten sie  weitere 100 Epigramme  des Dichters. 

Die verbürgten Informationen, die die Fachwelt über Poseidippos hatte, sind spärlich. Man weiß nur, dass er etwa um 310 v. Chr. in der Hauptstadt Mazedoniens geboren wurde und in Athen Philosophie studierte. Den Ruhm, der ihn auch ins ägyptische Alexandrien führte,  erlangte Poseidippos allerdings als Dichter und insbesondere als Verfasser von Epigrammen.  Die nun entdeckte Papyrus-Kopie von (600 Verse) wurde ursprünglich dazu benutzt, den Sarkophag einer Mumie zu erstellen. Ab dem 1. Jahrtausend vor Christus wurde nämlich der Sarkophag nicht mehr aus Stein oder Holz gefertigt, sondern aus einer Art Pappmaschee aus Seidenstücken, Stuck und Papyrus. Verziert wurde der Sarkophag anschließend mit Malereien.  In einer aufreibenden Detailarbeit haben nun die Wissenschaftler Guido Bastianini und Claudio Gallazzi die Papyrusteile aus dem Sarkophag herauslösen und entziffern können. Das sei die Entdeckung des Jahrhunderts schwärmten die Wissenschaftler.

Inhalt der Epigramme sind in erster Linie Volksweisheiten aus Poseidippos'  Zeit. Am wichtigsten sind jedoch jene Grabepigramme, die Frauen dieser Zeit gewidmet sind und indirekt Einblick in das Lebens der Frau  gewähren.